Wir trauern mit unseren norwegischen Freundinnen und Freunden
„Keiner wird uns zum Schweigen bomben. Keiner wird uns zum Schweigen schießen. Ihr werdet uns nicht zerstören. Ihr werdet unsere Demokratie oder unsere Idee einer besseren Welt nicht zerstören. Wir werden die Schuldigen finden und zur Verantwortung ziehen. Am Ende wird es mehr Offenheit und Demokratie in unserem Land geben.“
Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg nach den beiden Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya.
23. Juli 2011
1 Kommentar
Schock, Verzweiflung und ungläubiges Entsetzen in Norwegen. 68 Jugendliche starben am Freitag bei einem Amoklauf in einem sozialdemokratischen Jugend-Ferienlager. Zuvor kamen acht Menschen bei einer Bombenexplosion in Oslo ums Leben. SPD-Chef Sigmar Gabriel zeigte sich tief erschüttert und verurteilte im Namen der deutschen Sozialdemokratie die Taten.
Bei einem Doppelanschlag sind in Norwegen am Freitag 76 Menschen getötet worden. Während eines Angriffs auf ein Jugendsommerlager der sozialdemokratische Schwesterpartei in Norwegen erschoss ein Einzeltäter 68 Menschen. Zuvor verursachte der Täter eine Bombenexplosion im Regierungsviertel von Oslo, bei der acht Menschen ums Leben kamen – so die schreckliche Bilanz.
Gabriel: „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen“
„Mit Entsetzen und tief erschüttert verfolgen wir in diesen Stunden die Nachrichten von der abscheulichen Gewalttat in Oslo und auf ein sozialdemokratisches Jugendlager“, sagte Gabriel am Freitagabend. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen. Auch wenn die genauen Hintergründe der Tat zu dieser Stunde noch unklar seien, verurteile die deutsche Sozialdemokratie den „kaltblütigen Anschlag“ auf junge Menschen, die sich in und mit der sozialdemokratischen Jugendorganisation Norwegens auf den Weg gemacht hätten, sich in der norwegischen Gesellschaft für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit zu engagieren. Gabriel: „Wir trauern mit den Menschen in Norwegen. Unsere Gedanken sind bei unseren sozialdemokratischen Freundinnen und Freunden in Norwegen.“
In einem Schreiben kondolierte Sigmar Gabriel dem norwegischen Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der norwegischen Schwesterpartei Jens Stoltenberg und bot ihm, „wo immer möglich“, seine Unterstützung an.
Gabriel nahm gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden der Berliner SPD, Michael Müller, und zahlreichen Sozialdemokraten am Samstag Abend an einer Gedenkveranstaltung in Berlin teil. Als Geste der Trauer und der Solidarität legte er Blumen vor der Norwegischen Botschaft nieder.
„Die Angst darf nicht unseren Alltag bestimmen“
Am Sonntag rief der SPD-Vorsitzende dazu auf, nach den Attentaten in Norwegen, die Angst nicht überhandnehmen zu lassen. In der „Bild am Sonntag“ schrieb er, die Angst vor Attentaten und Terror dürfe nicht dazu führen, „dass wir politisches Engagement in der Öffentlichkeit einstellen, unsere Politiker nur noch hinter dickem Panzerglas zu sehen bekommen oder keine politischen Jugendzeltlager mehr durchführen.“ Die Angst dürfe „nicht unseren Alltag bestimmen, uns vom gemeinsamen Gang ins Fußballstadion oder zum Konzert abhalten. Und sie darf auch nicht einen übermächtigen Sicherheitsstaat produzieren. Die Mörder und Terroristen wollen uns Angst machen. Sie wollen, dass wir uns zurückziehen. Und genau das dürfen wir nicht zulassen. Sonst hätten sie gewonnen.“
Jusos und IUSY: „Unsere Idee ist stärker als ihre Gewalt“
Geschockt und entsetzt von den Ereignissen in Norwegen zeigten sich auch der Juso-Bundesvorsitzende Sascha Vogt und die Vizepräsidentin der International Union of Socialist Youth (IUSY) Cordula Drautz: „Unsere Gedanken und Herzen sind bei den Opfern und Angehörigen des Jugendcamps und des Bombenanschlags in Oslo. Unsere sozialdemokratische Schwesterorganisation AUF ist Ziel eines grausamen Attentat geworden. Über 80 Genossinnen und Genossen wurden getötet. Die Brutalität und der Hass, mit der der Täter vorging, sprengen unsere Vorstellungskraft.“
Die Jusos wie auch die IUSY trauern mit allen Norwegern und der norwegischen Sozialdemokratie, sagten beide. „Wir erklären unsere Solidarität mit all denjenigen, die sich für Toleranz und Demokratie und gegen Terrorismus, Hass und Gewalt engagieren.“ Die norwegische sozialdemokratische Jugendorganisation AUF wisse die Jusos und IUSY an ihrer Seite. Alle verbinde eine lange und tiefe Freundschaft. Vogt und Drautz: „Mit der Gründung der IUSY 1907 haben sich europäische Sozialdemokraten gegen aufkommenden Nationalismus und Faschismus gestellt. Willy Brandt ging während der Nazidiktatur ins Exil nach Norwegen. Jusos und AUF kämpfen gemeinsam für internationale Verständigung und gegen Gewalt. Niemand, auch nicht Terroristen, werden uns einschüchtern können und von diesem Ziel abbringen. Lasst uns gemeinsam beim IUSY-Festival nächste Woche zeigen: Unsere Idee ist stärker als ihre Gewalt!“
1 Kommentar zu Wir trauern mit unseren norwegischen Freundinnen und Freunden
Reiner Lotze
1
am 23. Juli 2011 um 20:35 Uhr
Ihr drückt genau das aus, was ich empfinde!
Danke von einemSPD-Genossen aus Osterode am Harz.
http://www.facebook.com/profile.php?id=100002681493344&sk=wall
LG
Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.
Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.
Kommentar schreiben
(Trackback)